05. 05

Nun ist der Mai bereits fast vorbei, doch die Erinnerung an ein Hilight noch lange nicht verblasst: Die Power-of-Dreams-Testtage 2011 in und um die Honda-Akademie in Erlensee. Dort, wo normalerweise Schulungen und Fortbildungen stattfinden, durften am letzten der 3 Tage auch noch "Webaktive" zusätzlich zu Journalisten die Produktpalette testen.

Und so stand ich um unmenschliche 6:30 am Freitag auf, um pünktlich @broaaaa aufzusammeln, der sich pünktlich 2 Tage zuvor unsanft absteigen lassen hat, und daher nicht mehr selber fahren konnte. Gleichzeitig begann hier auch schon eine, wenn auch Markenfremde, Premiere: Für die Fahrt hatte ich mir bei Stadtmobil einen Toyota Prius Hybrid geliehen, welcher durch den Hybridantrieb als auch durch das fehlende dritte Pedal für mich eine Neuheit war. Die erfolgreiche Umgewöhnung wurde dann auch prompt kurz nach dem Kreuz Heidelberg getestet, als ein LKW geschätzte 20m vor mir es für eine gute Idee hielt, auf meine Spur zu wechseln. Ich habe erfolgreich Bremse, Hupe und das Lenkrad zum Spur halten auf Anhieb getroffen, und konnte die kinetische Energie aus 100km/h Geschwindigkeitsdifferenz erfolgreich in Wärme und ein bisschen Batterieladung umsetzen. Und nach zwei weiteren kleinen Widrigkeiten kamen mein persönlicher Photograph und ich dann doch noch pünktlich um 9:30 an!
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CBR250R

Nach einer kurzen Registrierung als fahrer ging es dann los, ich hatte mir als Plan vorgenommen, mich leistungsmäßig den Tag über zu steigern. Damit traf sich recht gut, dass ein paar der CBR250R direkt zu Beginn frei waren. Und so startete ich genau wie Pistonpin mit 26,4PS in den Tag. Ich muss sagen, so wirklich kam ich mit ihr nicht zurecht. Man kam zwar auf der Autobahn gebückt auf 170, aber die Leistung erfährt der Motor nur durch Drehzahl. Ich bin von meiner DR350 mit 30PS ähnliche Leistungen gewohnt, aber da hat man untenrum wenigstens das Gefühl das etwas zieht. Auf der 250er war mein typisches Fahrverhalten einfach Gas aufreißen, vom stottern durch den Begrenzer überrascht werden, schalten. Und in den Kurven konnte ich mich auch nicht wirklich mit ihr anfreunden. Im Rückblick gehe ich davon aus, dass ich nach der Dosenanfahrt und so früh am Morgen mich erstmal wieder ins Zweirädrige einfinden musste, und sie daher für eine wirkliche Aussage noch einmal probefahren müsste. Doch dafür war am Abend leider keine Zeit mehr.

Mit Mark, welcher Privat mit der KLX250 auch in der selben Hubraumklasse unterwegs ist, tauschte ich meine Erlebnisse aus. Er selber hatte auch die Erfahrung gemacht, dass sich aus den Motoren, gerade mit Einspritzung, doch noch ein klein bisschen was an Leistung und Fahrbarkeit herausholen lässt. Wäre mal spannend zu sehen, ob da auch was geht.

VT750S

Da alles “normale”weg war, entschieden sich @schrm und ich dafür, wenigstens einmal im Leben "Cruiser" zu fahren. Fundierter lästern und so…
Und was soll ich da groß zu sagen? Aufsteigen, mit den Füßen in der Luft rumrudern, irgendwo ganz vorne eine Ablagemöglichkeit finden. In der ersten Rechtskurve den Stiefel nicht völlig auf der Raste haben, und auf einmal schleift er am Asphalt. Gemütlich links abbiegen, und die Raste kratzt. Gleichzeitig nimmt man eine völlig entspannte Haltung an, die Maschine fordert überhaupt nicht. Man fragt sich mit 100 auf der Landstraße, ob man nicht schon zu schnell ist, und beruhigt sich durch einen Blick auf den Tacho. Fährt gefühlt untertourig eine Steigung, und lässt sich explosionsweise vorwärtsschubsen.
Es ist ein völlig anderer Typ Fahrzeug, der dummerweise auch auf 2 Rädern mit einem Motor dazwischen basiert, und daher fälschlicherweise Motorrad genannt wird. Absolut nicht mein Fall, aber probiert haben sollte man es mal.

CBR600RR

Der große Bruder des ersten Motorrads. Ich fühle mich sofort wohl, aber getriezt. Ein williges Stück Metall unter mir, welches gefahren und gedreht werden möchte, sich willig in jede Kurve schmeißen lässt, und Geschwindigkeit fordert um durch den Fahrtwind den Rücken anzuheben und die Arme zu entlasten. Sie macht richtig Laune, nach den 30km wäre ich am liebsten noch einmal umgedreht und die Runde noch einmal gefahren. Der Motor bietet für mich auch in den niedrigen Drehzahlen genug Schub um sich im Alltag flott fortzubewegen. Aber ich hätte Angst, mich von ihr zu sehr anstacheln zu lassen, und am Ende der leidtragende zu sein, weil ich über meine Grenzen hinausgegangen bin. Falls ich im Alter nochmal vernünftiger werden sollte vielleicht, aber eher nicht als Alltagsfahrzeug.

SH300i

Wenn ich mich schon auf einen Chopper eingelassen habe, kann ich ja auch mal Roller fahren. Da mir der Griesgram den SW-T600 weggeschnappt hatte, musste ich mich auf den kleinen Beschränlen. Links ist nicht die Kupplung, und sonst fährt er. Mit etwas Anlauf sogar erstaunlich flott, aber irgendwann fehlte mir das Feedback vom Boden. Da ich Roller wenn überhaupt als Alltags-Stadtgefährte sehe, stört das aber nicht weiter.

Crosrunner

Am Ende haben wir es dann doch geschafft, für jeden der nochmal fahren wollte einen Crossrunner zu bekommen. Das gute Stück hat sich so unauffällig verhalten, dass ich garnicht groß weiß, was ich dazu schreiben soll. Eine angenehm aufrechte Sitzposition, der Motor hat genügend Leistung für flottes fahren (und fängt ab 8000rpm nochmal richtig an, seine Lebenslust herauszuschreien!), ich habe mich einfach draufgesetzt und wohlgefühlt. Und mich prompt vor guter Laune verfahren, aber die anderen in der Gruppe haben mich ja brav wieder eingesammelt :)
Honda selbst ordnet ihn unter "Enduro" ein, was ich angesichts der Federwege und aufgrund der Verkleidung doch eher teuren Stürze nicht so ganz verstehen kann, sie ist halt doch etwas anders als die AT oder Transalp (welche im übrigen leider nicht da war, hätte mich doch auch nochmal interessiert). Ich denke Kawasaki hat hier mit dem Gattungsbegriff "Funduro" recht gut getroffen, aber diesen vermutlich auch schützen lassen. Apropos, eigentlich müsste ich jetzt im Vergleich nochmal die Versys fahren.

Als Hilight der anderen Sorte wurde zwischendrin mehrfach Asimo, der kleine humanoide Roboter, vorgeführt. Die Vorstellung war bei mir nicht ganz so hoch priorisiert, aber fand dann doch genau in einer Fahrzeugdurststrecke statt. Es war durchaus sehr spannend zu sehen, was mittlerweile alles möglich ist, auch wenn auf Hilfsmittel wie IR-Reflektoren zur Positionierung noch nicht ganz verzichtet werden konnte. Der Bursche ist übrigens genauso alt wie ich, hat dafür in dieser Zeit 11 mal seinen Körper gewechselt. Mit dem ersten konnte er kaum richtig gehen, mittlerweile rennt er sehr sicher geradeaus und sogar Kreise und besitzt sogar etwas wie einen Gleichgewichtssinn.
Zwischendurch gab es natürlich auch nochmal leckeres Essen vom Grill, genauso wie direkt morgens ein paar Happen zum Frühstück, ich habe mich doch gut um- und versorgt gefühlt. Bleibt abschließend Honda für die Einladung zu danken, und die Hoffnung, nächstes Jahr wieder dabei sein zu dürfen. Ich hätte gerne auch noch eine Runde auf einem der ATVs und im Boot gedreht. Genauso wie ich leider Aarons Nachfolger nicht kennenlernen konnte, denn ich musste am Abend leider schon recht zeitig heimfahren.

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Kommentare

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Kawasaki könnte sich den Begriff "Funduro" auch nicht schützen lassen, wenn sie wollten. Den hat nämlich BMW schon 1993 geprägt mit der F650. ;-)
#1 travellingpete (Homepage) am 08.07.2011 08:20

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