03. 12

Wo ich gerade eigentlich dabei bin, meinen Schreibtisch aufzuräumen und das all(eher zwei-)monatliche Papierwegheften hinter mich zu bringen, fiel mir beim initialen Themenstapel bilden doch noch eine kleine Geschichte zum Thema Bahncard ein:

Wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein dürfte, führte ich bis vor 1,5 Jahren eine Fernbeziehung. Und wie es sich nunmal bei häufigem Bahnfahren lohnt, besorgte ich mir hierfür eine Bahncard. Nachdem das Zusammenziehen dann doch recht plötzlich geschah, konnte ich die Bahncard erst zum September diesen Jahres kündigen. Also, Kündigungsschreiben aufgesetzt, hingefaxt, dafür gesorgt dass das Faxgerät einen sogenannten qualifizierten Sendebericht ausspuckt, das ganze abgeheftet und als erledigt betrachtet. Da ich aus mehreren Quellen gehört hatte, dass seitens der Bahn trotz entsprechender Bitte grundsätzlich keine Kündigungsbestätigungen verschickt werden, machte ich mir über die Nichtankunft eines solchen auch keine weiteren Gedanken.

Pustekuchen, Ende August kam ein Brief mit einer neuen Bahncard. Also schnell eine Mail geschrieben was das solle, ich habe doch gekündigt, könne dieses auch gerne entsprechend Nachweisen. Bei der ersten Antwort schien mir wieder jemand ziemlich flott im Zusammenklicken von Textbausteinen zu sein, und mir wurde die Kündigung zum September nächsten Jahres bestätigt. Also nochmal, wenn auch in deutlich bestimmterem Ton, geantwortet, dass ich fristgerecht gekündigt habe, hierüber auch einen qualifizierten Sendebericht besäße, welche ich ihnen gerne zukommen lassen könne, und sie mir doch bitte mitteilen mögen, wie ich mit der unangefordert zugesendeten Bahncard verfahren möge.

Daraufhin forderten sie eine Kopie der Kündigung an, worauf sie diese natürlich sofort in eingescannter Form erhielten. Einige Tage später lag dann auch ein klassischer Brief im Briefkasten in welchem ich darum gebeten wurde, zur abschließenden Bearbeitung ihnen die Bahncard zuzusenden. Da ich zwischendurch eher viel um die Ohren hatte kam ich dazu aber erst, nachdem die erste Mahnung für die getrennt laufende Rechnung eingetroffen war, worauf ich sie Ihnen natürlich sofort schickte. Wie im Titel schon angedeutete war es damit aber immer noch nicht erledigt!

Denn auf die erste Mahnung folgte die zweite, diesmal schon kostenpflichtig. Ich dachte noch, die brauchen wohl etwas zum bearbeiten, eventuell hat die geschätzte eine Woche, seit der sie die BC in der Hand halten sollten, nicht gereicht. Der nächste Brief zu diesem Thema kam dann etwas später, dieses mal aber in einer weniger freundlichen Form von Universum Inkasso, verbunden mit der Aufforderung einen Text, dass ich die Forderung anerkenne und meine Seele verkaufe^W^W^Wunterschrieben zurückzusenden.

Daraufhin wurde ich dann doch etwas deutlicher, bat die Bahn doch Ihre Prozesse etwas zu überarbeiten und in Zukunft dafür zu sorgen, dass nicht Mahnverfahren parallel zu sonstigen Bearbeitungen bei Ihnen im Hause weiterlaufen, insbesondere wenn in diesen festgestellt ist dass die Forderung unberechtigt ist, da das Abo schon längst nicht mehr bestand. Ebenfalls bat ich sie darum, mir schriftlich zu bestätigen, dass sie kapiert haben, dass das Abo vorbei ist, sowie dass mir gegenüber keine Forderungen mehr bestehen. Als erstes kam der Brief vom Inkassounternehmen, dass die Forderung seitens der DB zurückgezogen wurde, ein paar Tage später schrieb mir dann auch die Bahn

Sie haben uns gebeten, Ihr BahnCard-Abonnement vorzeitig zu beenden. Selbstverständlich sind wir Ihrem Wunsch bereits nachgekommen[...]
Nicht ganz das was ich wollte, weder war dies ein "vorzeitiges Ende", noch entschuldigten sie sich mit einer Silbe für die ganzen Unannehmlichkeiten die die in ihrem Haus verschlampte Kündigung auslöste. Bis jetzt scheint es mir aber damit erledigt zu sein, und ich hoffe dass es auch dabei bleiben wird.

Insgesamt bin ich aber heilfroh, in diesem Fall den Weg per Fax und Sendebericht gewählt zu haben. Schon alleine bei einem Brief hätte ich wohl ein deutlich größeres Problem gehabt, den Versand nachzuweisen.

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Kommentare

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Für Briefe gibt es eine Erfindung namens Einschreiben. ;-)
#1 Dunedan (Homepage) am 03.12.2009 21:20
Einschreiben mit Rückschein regelt in dem Fall. Hat en Vorteil man weiss das der Brief angekommen ist und der Empfänger den auch erhalten hat.
#2 Docsteel am 03.12.2009 21:29
Also ich wage zu bezweieln, dass ein Einschrieben mit Rückscehin reicht, so wie sich die Bahn anstellt, bestreiten die das es eine Kündigung war, denn der Rückschein sagt nichts darüber aus was in dem Schrieben stand.
Da muss man wohl oder übel der Korrektheit halber einen Gerichtsvollzieherr bemühen. Jedenfals würde ich das als Narrensicher ansehen. ;)
#2.1 Bidoma (Homepage) am 14.12.2009 21:56
Nur habe ich keine Lust, jedes mal den Aufpreis für ein Rückschein zu zahlen, wenn es nur um eine simple Kündigung geht.

In anderen Fällen, gerade wenn zu erwarten ist, dass der Adressat möglicherweise den Empfang abstreiten wird, sieht das natürlich anders aus.
#3 mømø (Homepage) am 03.12.2009 21:33
Blöd gelaufen, aber manchmal scheinen da auch wirklich denkende Menschen zu arbeiten. Denn als ich meine BahnCard dieses Jahr gekündigt habe, hab ich das nur in Form einer einfachen Briefs gemacht. Und knapp nen Monat später, oder so, hab ich eine E-Mail mit einer Bestätigung des Vorgangs bekommen.

Vielleicht war das ja der Dank dafür, das ich immer brav den BahnBonus Spam über mich ergehen habe lassen.
#4 nplhse (Homepage) am 03.12.2009 23:11
Grundsätzlich empfiehlt es sich wichtige Schreiben immer per Einschreiben zu versenden. Man spart sich viel Nerven und Geld. Grüße
#5 Thomas am 17.07.2012 16:13

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